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Raum, Zeit, Leben und Materie
von Dr.med. H.P.Seiler
3. Mesmers Atome und die Gravitation
Als Grundelemente der Strukturierung des Raumes, woraus die Materiebildung entsteht, stellt sich Mesmer kugelförmige Agglomerationen von relativ zueinander zur Ruhe gekommenen Urkügelchen vor, welche sich dann wiederum zu größeren, den Atomen entsprechenden Komplexen zusammenballen (Abb. 4).
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| Abb. 4: |
Von ein- und ausströmenden Ätherstrahlen durchströmte Atome in Mesmers Originaldarstellung. Die den subatomaren Kernbausteinen entsprechenden Kugelelemente hat man sich als kugelförmige Agglomerationen von Ätherpartikeln vorzustellen. |
Die so gewissermaßen aus "geronnener" Ätherflüssigkeit entstandene Materie hat man sich dann natürlich als stets von der frei beweglichen Ätherflüssigkeit des umgebenden Raumes um- und durchströmt vorzustellen. Mit diesem einfachen Modell der Äquivalenz von Masse (= kristallisierter Äther) und Raum-Energie (= frei strömender Äther) nimmt Mesmer also bereits ein wichtiges Element der Relativitätstheorie vorweg.
Abgesehen von dieser interessanten und historisch sehr frühen Übereinstimmung mit der Einsteinschen Theorie aber wird ein Äthermodell natürlich sofort den vehementen Widerspruch der Relativitätstheoretiker hervorrufen, wobei allerdings meist vergessen wird, daß Einstein selbst die theoretische Existenznotwendigkeit eines Äthers als Träger der physikalischen Eigenschaften des Raumes im Prinzip durchaus bejaht hat, wir werden darauf noch zu sprechen kommen.
Doch wollen wir vorerst die Problematik von Mesmers Modell lediglich aus der Sicht des zeitgenössischen Physikers betrachten, welchem der Ätherbegriff ja meist noch durchaus geläufig war. Diesem mußten nämlich, sofern er die Arbeit des ja selbst in seinem eigenen medizinischen Fachbereich abgelehnten Außenseiters überhaupt je zu Gesicht bekam, zumindest zwei grundlegende Fragen auftauchen, die Mesmer in seiner nur allgemein gehaltenen Publikation unbeantwortet läßt:
- Welche Kräfte bewirken die Stabilisierung der den Elementarteilchen entsprechenden Urkügelchen-Agglomerate (s. Abb. 4), wo doch im Grundzustand des Seienden diese kleinsten Bestandteile der Ätherflüssigkeit frei untereinander beweglich sind? Muß man zwischen den Urkügelchen etwa zusätzlich noch anziehende Kräfte annehmen?
- Entspricht die Fernwirkung der Mesmerschen Atome, welche in diesem Modell ja lediglich über die von diesen Teilchen ausgehenden ein- und austretenden Ätherströme (s. Abb. 4) vermittelt werden kann, quantitativ wirklich genau dem damals bereits bekannten Gravitationsgesetz Newtons, das sich in der Praxis ja allenthalben bewährt hatte? (Newton hatte ja die Frage nach der physikalischen Ursache der Gravitation bewußt offengelassen und lediglich deren mathematischen Gesetzmäßigkeiten formuliert (vgl. Seiler, 1986).
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| Abb. 5: |
Anziehende Wechselwirkung FF zweier punktförmiger Quellen mit der Ergiebigkeit Q1 bzw. Q2, die sich im Abstand r in einem flüssigen Medium befinden: (KF = vom Fluidum abhängige Konstante) FG: Völlig analoge Formel für die Gravitationskraft zwischen zwei Massen M1 und M2. |
Beginnen wir mit der letzten Frage: Wir wissen heute, daß zwischen Flüssigkeitsströmen in einem flüssigen Medium in der Tat Wechselwirkungen auftreten, welche quantitativ genau die gleiche Gesetzmäßigkeit wie Newtons Gravitationsgesetz zeigen. Dieses lautet ja für den Fall von zwei Massen M1 und M2:

(r = Abstand der beiden Körper, KG = Gravitationskonstante).
So ziehen sich in einer Flüssigkeit z. B. zwei punktförmige Quellen von ausströmender Flüssigkeit nach einer Gesetzmäßigkeit an, welche eine vollständige Analogie zur Schwerewirkung zwischen zwei Körpern aufweist. Im Falle dieser Entsprechung muß die Intensität der beiden Quellenströmungen der Quantität der beiden Massen entsprechen. Die Angleichung der beiden Konstanten KF und KG mit ihren physikalischen Dimensionen bereitet dann keine Schwierigkeiten mehr, da man je nach Wahl der physikalischen Einheit für Ätherfluß und Masse einen beliebigen Proportionalitätsfaktor einsetzen kann.
Die gleiche Gesetzmäßigkeit wie für zwei Quellen gilt auch für zwei Senken (also für zwei "Abflüsse" aus einer Flüssigkeit), welche sich ebenfalls anziehen. Damit muß auch zwischen zwei den Mesmerschen Atomen entsprechenden, aus Quellen und Senken bestehende hydrodynamischen Systemen eine Anziehung bestehen, sofern sich die beiden wechselwirkenden Systeme positionsmäßig so einstellen, daß sich immer zwei aus bzw. zwei einströmende Pole gegenüber stehen.
Es läßt sich experimentell leicht zeigen, daß sich diese Position bei zwei frei in einer Flüssigkeit treibenden Quellen-Senken-Systemen tatsächlich auch spontan einstellt - die entsprechenden Strömungen "suchen" einander! - und daraufhin regelmäßig eine Anziehung erfolgt. Doch auf dieses Experiment wollen wir dann erst im folgenden näher eingehen.
Vorerst sei lediglich einmal festgehalten, daß sich Mesmers Atome in seinem als Flüssigkeit aufgefaßten Äther aufgrund der oben dargestellten Strömungswechselwirkung zumindest einmal theoretisch in der Tat genau entsprechend dem Newtonschen Gravitationsgesetz anziehen.
Weiter zeigt Abb. 4, daß die Gesamtintensität der Quellen-Senken-Strömung tatsächlich mit der Größe eines Mesmerschen Atoms zunehmen muß und somit die das Teilchen strahlenartig umgebende Strömungsintensität in diesem Modell auch der Anzahl seiner Kernbausteine und damit seiner Masse entspricht.
Damit kommen wir zu der zweiten, etwas schwierigeren Frage nach dem Stabilisierungsmechanismus der Mesmerschen Atome. Dieses Problem läßt sich tatsächlich mit Mesmers Ätherkristallen ohne die Einführung zusätzlicher Größen (z. B. anziehender Kräfte zwischen den Urkügelchen) nicht befriedigend lösen.
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