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Raum, Zeit, Leben und Materie
Portal>Infobereich>Publikationen>Raum, Zeit, Leben und Materie>2. Mesmers Äther als "psychische Flüssigkeit"
von Dr.med. H.P.Seiler 2. Mesmers Äther als "psychische Flüssigkeit"Physikalisch etwas klarer definiert finden wir ein lebensenergetisches Ätherkonzept bei dem Arzt F A. Mesmer (1733-1815), der in vielen Belangen als wichtigster Vorläufer Reichs betrachtet werden kann. Er hat als erster versucht, das Phänomen des Heilmagnetismus, also die direkte Übertragung von nicht-materiellen Heilkräften von Mensch zu Mensch, wissenschaftlich zu erfassen. Er ging davon aus, daß diese unsichtbare Heilkraft im Prinzip gleicher Natur sei wie der astrologische Einfluß der Gestirne, welcher ja ebenfalls - wie Mesmer überzeugt war - Gesundheit und Seelenleben wesentlich zu beeinflussen vermochte. Dieser psycho-physiologische Einfluß des umgebenden Kosmos auf das Leben unseres Planeten wiederum ist nach Mesmers Theorie aber auch eng verwandt mit den rein physikalischen Einwirkungen der uns umgebenden Himmelskörper, also z. B. mit der Schwerkraft. Mesmer nahm also eine einheitliche, im ganzen Universum wirkende Naturkraft an, deren Wirkungsspektrum psychische, biologische und physikalische Aspekte umfaßte. Wie hat er sich nun diese Urkraft konkret vorgestellt? - Er war durch Intuition und Erfahrung zu der Überzeugung gelangt, daß jede scheinbare Fernwirkung zwischen zwei Systemen durch den Austausch unsichtbarer, feinstofflicher Ströme bewirkt wird. So wird nach seiner Ansicht z. B. bei der heilmagnetischen Behandlung ein feinstoffliches Fluidum vom Heiler auf den Patienten übertragen und bei der Schwerkraftwirkung treten ebenfalls von den betreffenden Körpern ausgehende Ätherströme miteinander in Wechselwirkung. Mesmers schon zu seiner Zeit kaum beachtetes Äthermodell hatte einige sehr bemerkenswerte Besonderheiten, welche wir im folgenden etwas näher betrachten wollen. Mesmer nimmt an, daß das ganze Universum von einer masselosen Flüssigkeit erfüllt sei, die er sich in einfachster Weise als aus kleinen, gleichförmigen Kugelelementen in dichtester ungeordneter Packung bestehend vorstellt. Diese "Urkügelchen", welche als "Kosmonen" in das Kosmonenmodell übernommen wurden (Seiler, 1986), befinden sich im Grundzustand in beständiger ungeordneter Relativbewegung zueinander. Sie stellen in Mesmers Physik den Raum dar (= Kosmonenraum). Die innere Dynamik dieses Äther-Raumes wurde nach Mesmers Ansicht durch einen primären Bewegungsanstoß Gottes in Form eines sich in immer feinere Bewegungen auflösenden großen Wirbels in Gang gesetzt. Sie ist somit göttlicher Natur. Dies zeigt in aller Deutlichkeit, daß nach seiner Überzeugung bereits auf der einfachsten Funktionsebene der Natur, also selbst im noch unstrukturierten Raum, das Grundelement des Göttlichen bzw. der kosmischen Lebensfunktion vorhanden ist. Es darf uns deshalb nicht verwundern, daß Mesmer den physikalischen Äther-Raum als "psychische Flüssigkeit" bezeichnet. Damit stellte er sich in scharfen Gegensatz zu den Äthermodellen der zeitgenössischen Schulphysik, z. B. dem Äthermodell Descartes'.
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